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Praxisschwerpunkt: Kiefergelenk ( Zurück zu der Übersicht "Schwerpunkte")

CMD - Probleme

Dr. Niess Implantate

Das Kiefergelenk ermöglicht das Öffnen und Schließen des Unterkiefers sowie den Vorschub, Rückschub und Seitschub. Der Unterkiefer kann damit dreidimensional bewegt werden. 
Die Bewegungen selbst werden durch die Kaumuskulatur und den Muskeln des Mundbodens ermöglicht.
Da die Ursachen für Beschwerden im Kiefergelenk häufig schwierig zu diagnostizieren sind, hat man sich auf eine verwaschene Nomenklatur geeinigt: TMD oder CMD, was TemporoMandibuläre Dysfunktion oder CranioMandibuläreDysfunktion bedeutet. Beide Begriffe sagen aus, dass etwas mit der Verbindung zwischen Unterkiefer und dem Schädelknochen nicht stimmt.
Diese Diagnose kann der Patient natürlich auch selbst stellen und hilft ihm nicht viel weiter.
Viele Theorien über die Ursachen TMD wurden angeführt, zum Durchbruch einer einfachen Diagnose und Therapie ist es noch nicht gekommen, da die multikausale Ursächlichkeit offensichtlich bei jedem Patienten anders ist.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Studie der Universität Witten Herdecke, die 2006 veröffentlicht wurde. Danach wurden 3277 Patienten auf Kiefergelenkssymptome untersucht. Gut ausgebildete Personen leiden demnach doppelt so häufig und Frauen 1,5 mal so häufig an TMD als die übrige Bevölkerung. Lückige  Zahnfehlstellung und Knirschen können das Risiko sogar senken.
Die Studie kann so interpretiert werden, dass psychosoziale Ursachen sich möglicherweise schwerwiegender auf die Funktion des Kiefergelenkes auswirken als anatomische Besonderheiten.

Knirschen und Pressen als nächtliche Aktivität werden als Parafunktionen und als Bruxismus bezeichnet. Beides wird vornehmlich im Unterbewusstsein ausgelöst. Sie führen zu direkten TMD Auswirkungen. 
Die Occlusion, das heißt der der Biss bei geschlossenen Zahnreihen, wurde ebenfalls für Kiefergelenksstörungen verantwortlich gemacht.

In Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten hat sich in letzter Zeit herausgeschält, dass die zentrische Occlusion keine Konstante ist, sondern im Verlaufe des Tages sich ändern kann und auch abhängig von der Körperstatik, Muskel(ver)spannung und Körperhaltung ist. Das erklärt, dass rein mechanische funktionsanalytische Konzepte alleine nicht zum Erfolg führen.


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